Figurentheater

Johannes Rave

Malerei

Die Lichtfiguren sind ursprünglich eine Homage an den von mir hoch geschätzten Bildhauer Lawson Oyekan. Eine seiner zentralen Arbeiten sind die „Humans“, das sind zylindrische Keramiken unterschiedlicher Höhe, die zahlreiche Löcher aufweisen. Diese werden in einem fast rituellen Schritt angebracht und verstehen sich als Verletzungen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erleidet, und die ihn allerdings auch reifen lassen. Durch die Verletzung dringt Licht in das Innere. Diese Idee habe ich in meine Aquarellmalerei hineingetragen, wobei ich zunächst einfache Objekte mit „Lichtlöchern“ malte. Später habe ich mich entschieden, tatsächlich Köpfe auf Torsi zu setzen. Wie bei vielen anderen Zyklen habe ich auch dabei mit der Wahrnehmung, der „Bilderwartung“ gespielt: eigentlich sieht man nur ein kartoffelförmiges Gebilde mit einer Anzahl von Löchern auf einem Unterbau. Aber der „denkende Blick“ macht daraus einen Menschen. Die Kraft der Fantasie und des Vorstellungsvermögens ist erstaunlich. Wir bauen uns ein schlüssige Welt und sehen in den Figuren ein Kind, einen Lehrer, einen Beamten und so weiter.