Im Schatten

Johannes Rave

Malerei

„Ich begann mich also mit der Frage nach einer gegenständlichen Malerei zu beschäftigen, merkte schnell, dass sie mich langweilte. Es interessierte mich zu wenig, etwas abzumalen, und ich fand auch wenig überzeugende Arbeiten in der zeitgenössischen gegenständlichen Kunst.

Durch Zufall, wenn es ihn gibt, fiel eines Nachmittags das Licht in meinem Atelier so, dass es die Gegenstände, die auf dem Fensterbrett standen, als Schatten auf dem Boden abbildete. Die Gegenstände waren abenteuerlich verzerrt, kaum mehr erkennbar, und doch war die Form genau definiert. Und so kam ich zu dem, was ich suchte:

Einer verbindlichen Form, die nicht gegenständlich ist. Der Schatten ist das Abbild der Wirklichkeit. Und die Malerei ist so gesehen ein Abbild des Abbildes.“ (Johannes Rave, 2000)

„Ich gelangte zu einer indonesischen Skulptur, die ich auf einer meiner zahlreichen Reisen gekauft hatte. Für mich blieb sie immer geheimnisvoll, denn die Kultur eines anderen Landes, habe ich immer nur ahnen können. Immer empfand ich mehr einen Zauber, als eine Gewissheit über ihre Beschaffenheit.

Ich installierte eine Lampe und strahlte die Skulptur an. Ich drehte sie und veränderte die Position so lange, bis eine Position fand, in der der Schatten diese Rätselhaftigkeit zwischen Assoziation und Ahnung zu haben schien. Und den malte ich dann.“ (Johannes Rave, 2003)